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Bundesweite Razzien nach organisierter Hetzkampagne gegen Karlsruher Mann

03. Oktober 2026

Bundesweite Durchsuchungen nach koordinierter Hetzkampagne

Karlsruhe — Ermittler der Kriminalpolizei sind einem Netzwerk von mutmaßlichen Hassakteuren nachgegangen und haben am 30. September mehrere Wohnungen in ganz Deutschland durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen gegen eine lose organisierte sogenannte Hater-Community, der vorgeworfen wird, über einen langen Zeitraum eine koordinierte Hetzkampagne gegen einen 44-jährigen Mann aus Karlsruhe geführt zu haben.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden führt die Spur zurück in das Jahr 2024. Die Verdächtigen sollen sich über verschiedene Onlineplattformen vernetzt, Informationen über das private Umfeld des Beschuldigten ausgetauscht, Aktionen geplant und teils bewusst in die reale Welt getragen haben. Teile der Gruppierung traten nach bisherigen Erkenntnissen unter der Bezeichnung «Freikreuzzug» beziehungsweise «FKZ» auf.

Den Erkenntnissen zufolge begrenzten sich die Vorwürfe nicht auf digitale Anfeindungen. So sollen in mehreren Fällen unter dem Namen des Geschädigten beleidigende oder bedrohende E-Mails an Politiker, Gedenkstätten, Angehörige der Justiz, Unternehmen und Bildungseinrichtungen versandt worden sein. Diese Nachrichten hätten wiederum Ermittlungsverfahren und Strafanzeigen gegen den 44-Jährigen ausgelöst.

Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass Mitglieder des Netzwerks Sachbeschädigungen verübten, darunter Schäden am Wohnanwesen des Betroffenen und Beschädigungen an Familiengräbern in Karlsruhe. Den Beschuldigten werden unter anderem Nötigung, Bedrohung, Störung der Totenruhe, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Vortäuschen von Straftaten, Diebstahl, Sachbeschädigung, üble Nachrede und Beleidigung zur Last gelegt.

Bei den Durchsuchungen am 30. September, bei denen Ermittler der Kriminalpolizei Karlsruhe von örtlichen Polizeidienststellen in sieben Bundesländern unterstützt wurden, wurden zahlreiche Datenträger sichergestellt. Außerdem entdeckten die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben eine größere Indoor-Plantage mit rund 40 Cannabispflanzen. Die sichergestellten Beweismittel werden derzeit ausgewertet.

Insgesamt richten sich die Maßnahmen gegen 15 Beschuldigte im Alter zwischen 22 und 49 Jahren, allesamt deutsche Staatsangehörige. Den Ermittlern zufolge sollen die angezeigten Taten in einem Zeitraum zwischen März 2023 und September 2026 begangen worden sein.

Die Ermittlungen des Staatsschutzdezernats der Kriminalpolizeidirektion Karlsruhe dauern an. Nähere Angaben machte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

  • Verdächtige Gruppe: lose online organisiert unter der Bezeichnung «Freikreuzzug»
  • Opfer: 44-jähriger Mann aus Karlsruhe, öffentlich in sozialen Medien aktiv
  • Maßnahmen: Durchsuchungen in sieben Bundesländern, sichergestellte Datenträger und rund 40 Cannabispflanzen
  • Ermittlungsstand: 15 Beschuldigte, verschiedene Verdachtsmomente von Nötigung bis Sachbeschädigung

Die Behörden betonen, dass die Auswertung der sichergestellten Beweismittel und die weiteren Ermittlungen weiterhin andauern.

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